Gründung des Weltbundes
Angefangen hat alles im Jahr 1837 in England. Damals bekehrte sich in einem Gottesdienst ein 16-jähriger kaufmännischer Lehrling zum lebendigen Glauben an Jesus Christus. George Williams, so hieß der Junge, arbeitete später in London und entfaltete dort eine rege missionarische Tätigkeit. Er kam regelmäßig mit anderen jungen Männern zusammen, um in der Bibel zu lesen und miteinander zu beten. Aus diesen zwanglosen Zusammenkünften in seinem Zimmer entstand dann im Jahr 1844 ein Verein - Young Men's Christian Association oder YMCA. Ziel des Vereins war die Mission vor allem an jungen Männern.
Das Wachstum der CVJM-Bewegung ging dann sehr schnell vonstatten. Die CVJM's blieben bald nicht mehr nur in England; auch in anderen europäischen Ländern und in anderen Kontinenten wurden Vereine gegründet. Da alle Vereine dasselbe Ziel und im wesentlichen dieselbe Grundstruktur hatten, plante man bald einen weltweiten Zusammenschluß der einzelnen Vereine und Gruppen. Es wurde vorgeschlagen, daß die 1855 in Paris stattfindende Welt-Ausstellung zum Anlaß für die Gründung eines CVJM-Weltbundes genommen werden sollte. Die Gründungsversammlung fand in einer kleinen Kapelle in Paris statt. Als Grundlage der gemeinsamen Arbeit wurde die Pariser Basis beschlossen, die immer wieder neu bestätigt wurde: Die Christlichen Vereine Junger Männer haben den Zweck, solche junge Männer zu verbinden, welche Jesus Christus nach der Heiligen Schrift anerkennen, in Ihrem Glauben und Leben seine Jünger sein und gemeinsam danach trachten wollen, das Reich ihres Meisters unter jungen Männern auszubreiten.
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Entwicklung in Deutschland
Auch in Deutschland waren Anfang des 19. Jahrhunderts christliche Vereine gegründet worden. Sie nannten sich zwar nicht CVJM, waren ihm aber von ihrem Ziel und ihrer Struktur her sehr ähnlich. Diese sogenannten Jünglingsvereine schlossen sich 1848 zum ersten Mal zu einem größeren Verband zusammen, dem Rheinisch-Westfälischen-Jünglingsbund. Im Lauf der nächsten Jahrzehnte wurden auch im übrigen Deutschland solche Verbände gegründet. Die zunächst mit viel Enthusiasmus begonnene Arbeit geriet jedoch in den siebziger Jahren des 19. Jhdt. in eine ernsthafte Krise. Viele Vereine wurden aufgelöst und die Mitgliederzahl verminderte sich rapide. Die Ursachen jenes Rückgangs waren wohl in den gewaltigen Umwälzungen durch die immer mehr um sich greifende Industrialisierung und die damit verbundenen Probleme der Verstädterung und Verelendung der Menschen zu sehen. Der gleichzeitig immer mehr aufkommende Atheismus und der Verfall ethischer und moralischer Grundwerte erschwerten die Arbeit der Vereine.
Jm Jahr 1883 erfolgte jedoch ein neuer und wichtiger Anstoß. Damals gründete der Deutsch-Amerikaner Friedrich von Schlumbach den ersten deutschen CVJM nach dem Muster eines amerikanischen CVJMs. Der Verein entstand in Berlin. Als wichtigste Neuerung für das deutsche Werk wurden vor allem die Veranstaltung von Evangelisationen im großen Stil und das öffentliche Zeugnis der Bekehrten eingeführt. Man wollte nun nicht mehr nur die bisherigen Kreise pflegen, sondern in Zukunft auch die religionsfremde Jugend in den Großstädten für Jesus gewinnen. Im Zuge dieses Neuaufschwungs ist auch die Gründung des ?Reichsverbandes der evangelischen Jünglingsbünde? (heute: CVJM-Gesamtverband), als loser Zusammenschluß der einzelnen Landesverbände, zu sehen.
Seit den 60er Jahren dieses Jahrhunderts nehmen immer mehr Mädchen und Frauen an der CVJM-Arbeit teil. Das führte zur Namensänderung 1985. Seitdem bedeutet CVJM Christlicher Verein Junger Menschen.
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